Das Oktoberfest 2017 – Mein Besuch am ersten Wiesn Tag

Das Oktoberfest 2017 – Mein Besuch am ersten Wiesn Tag

Am Samstag wurde das 184te Oktoberfest eröffnet und ganz München steht Kopf. Millionen von Menschen reisen wieder in die Stadt und diese steht kurz vor dem Kollaps. Ich habe richtig  Glück, da ich direkt an der Wiesn wohne und auf der anderen Seite der Wiesn, nur wenige Meter vom Haupteingang, arbeite. Ich darf daher täglich zwei Mal durch die Wiesn und erlebe den täglichen Wahnsinn.



Der Einzug der Münchner Wirte

Einzug der Wiesn Wirte
Einzug der Wiesn Wirte

Bevor überhaupt die erste Maß getrunken wird, muss die bayrische Tradition gewahrt bleiben. Ich persönlich mag den ersten Tag der Wiesn mit dem traditionellen Einzug der Wiesn Wirte, z.B. vom Löwenbräu oder vom Schottenhammel. Viele Besucher wissen gar nicht, dass auf dem Münchner Oktoberfest nur Bier verkauft wird, welches aus München kommt. Ein Nordlicht wird man nicht finden 😉 Knapp 2 Stunden dauert der Umzug und vorher wird kein einziger Tropfen Bier ausgeschenkt. In diesem Jahr wurde der Eingang zu Wiesn gesperrt und die Besucher durften erst ab 09:00 Uhr morgens auf die Theresienwiese, wo das Oktoberfest gefeiert wird. Vom Eingang rannten die Besucher in die Zelte um sich einen Platz zu sichern und anschließend einige Stunden zu warten.

Schlechtes Wetter trübt die Stimmung

Blick auf die Wiesn
Blick auf die Wiesn

Wie im letzten Jahr, trübt auch in diesem Jahr das Wetter wieder einmal die Stimmung. Es ist kalt und teilweise regnet es auch, da bleiben viele Besucher von der Wiesn fern. Ich habe das Gefühl, dass die Besucherzahlen in den letzten Jahren etwas rückläufig sind. Ich wohne fast direkt an der Wiesn, gehe täglich mehrmals über das Gelände und es scheint, als wären die Besucherzahlen rückläufig. Trotzdem sind die Menschenmassen immer noch enorm und besonders am Wochenende sind die Zelte randvoll.

Leere Bänke zur Eröffnung

Leere Bierbänke zur Wiesn Eröffnung
Leere Bierbänke zur Wiesn Eröffnung

Eigentlich sind der erste und letzte Tag der Wiesn die schönsten. Am ersten Tag stürmen die Menschen die Bierzelte und freuen sich auf die erste Maß, während man am letzten Tag eine friedliche Wiesn feiert. In diesem Jahr war es jedoch recht überschaubar und leer. Erst am späten Nachmittag füllten sich die Bierbänke langsam und es kam Stimmung auf. Ich war überrascht, dass wir so einfach einen Platz bekommen haben. Es lag sicherlich zum einen am Wetter, aber auch an den Preisen.

Saupreise – Wie in jedem Jahr!

Bierpreise - Oktoberfest 2017
Bierpreise – Oktoberfest 2017

Was echt nervig ist und einer der Gründe, wieso immer weniger Münchner zur Wiesn gehen, sind die mittlerweile unverschämten Preise auf dem Oktoberfest, welches eigentlich ein Volksfest sein soll. Ich kenne einige Münchner, die einfach nicht mehr zur Wiesn gehen. Ich habe mittlerweile auch das Gefühl, dass die Wirte die Preise nur noch für die Touristen machen, welche sich schnell betrinken wollen. Eine Maß kostet in diesem Jahr knapp 11 Euro, jedoch wird kaum über die anderen Preise gesprochen. Ein Wasser kann bis zu 9 Euro kosten, im Geschäft nur 19 Cent. Eine große Brezn kostet knapp 6 Euro und eine halbe Ente mit Knödel schlägt mit fast 35 Euro zu buche. Ein Besuch auf dem Oktoberfest ist teuer, sehr teuer.

Preise für Hotels und Privatzimmer

Wer von außerhalb nach München kommt, der muss natürlich auch irgendwo übernachten. Ich habe bereits in einem anderen Artikel Airbnb Zimmer in München empfohlen und einige Tipps gegeben, für eine günstige Übernachtung.  Jedoch scheinen auch die privaten Vermieter wahnsinnig geworden zu sein, da einige Zimmer für bis zu 999 EUR pro Nacht vermietet werden. Hier heißt es weitersuchen und notfalls außerhalb übernachten, da München sehr gut an den Nahverkehr angebunden ist.

Das neue Sicherheitskonzept – Mehr Polizei und Kontrollen

Polizei auf der Theresienwiese
Polizei auf der Theresienwiese

Im Jahr 2016 wurde ein neues Sicherheitskonzept auf der Theresienwiese eingeführt und ich finde, dass dieses Sicherheitskonzept viel zerstört hat. Rund um das Oktoberfest wird bereits Wochen vor der Eröffnung ein Zaun aufgebaut, überall findet man Sicherheitsleute und es ist sehr viel Polizei unterwegs. Rucksäcke und große Taschen dürfen nicht mitgenommen werden und am Eingang wird vereinzelt kontrolliert, durch Sicherheitskräfte. Ganz ehrlich – Die Wiesn ist keine Diskothek wo man Türsteher braucht, es ist ein historisches Fest und gehört zur Geschichte von München. Ich persönliche finde, dass die Auswahl einfach nicht passend ist. Ich würde hier eher echte Münchner hinstellen, mit bayrischem Dialekt, als die Typen denen man eigentlich den Eingang teilweise verwehren sollte. Reagiert, wenn es zu einem Vorfall kommt und schaut die Besucher nicht an, als wären wir alle Kriminelle.

Verbote und heimliche Zeichen auf der Wiesn

Wo will getrunken wird, müssen auch Regeln her damit es friedlich ist. Viele der Regeln und Gesetze sind den internationalen Gästen leider nicht bekannt und dies führt sehr schnell zu einer Schlägerei oder dem Rauswurf aus dem Zelt. Einige möchte ich euch hier heute vorstellen.

Ist es verboten eine Maß auf Ex zu trinken ?

Eine Maß auf Ex zu trinken, ist wohl das bekannteste Bild auf dem Oktoberfest. Eine Person stellt sich auf die Bierbank, hebt die Maß und versucht den Liter möglichst schnell auf Ex zu trinken, während die Masse singt und klatscht. Was viele außerhalb von München nicht wissen ist, dass das trinken einer Maß auf Ex von den Wirten nicht gerne gesehen wird, sogar verboten ist. Während im letzten Jahr noch der Trinker aus dem Zelt geworfen wurde, wird in diesem Jahr sogar der ganze Tisch schnell entsorgt. Dabei spielt es keine Rolle ob man den Trinker kennt oder nicht.

Die Dirndl Zeichen falsch deuten

Das Dirndl ist das beliebteste Kleidungsstück auf der Wiesn und man kann sehr viel erkennen, wenn man die Zeichen kennt. Sobald die Schürze rechts gebunden ist, ist die Trägerin auch vergeben. Viele baggern weiter und wollen nicht aufgeben, was immer wieder zu einer Schlägerei führt.

Betrunken zu den Fahrgeschäften

Ich kann euch sagen – Das Bier auf der Wiesn knallt und zwar so richtig. Immer wieder überschätzen sich die Besucher und sind innerhalb weniger Stunden voll bis zur Unterlippe. Wer dann auf die Idee kommt einem Fahrgeschäft zu fahren, der wird eventuell den Mageninhalt über die Besucher verteilen. Leider passiert das immer wieder und ein Münchner weiß, dass er nicht unter den Fahrgeschäften stehen sollte.

Oben blankziehen im Zelt

Besonders beliebt bei einigen Frauen ist das blank Ziehen im Festzelt. Die Brüste liegen frei und die Männerwelt schreit und jubelt. Man glaubt es eventuell nicht, aber es ist nicht verboten! Jedoch sehen die Ordner es überhaupt nicht gerne, wenn die Männer anfangen zu fotografieren, zu filmen oder sich gar auf die Halbnackte stürzen. Beim männlichen Publikum scheint sich hingegen eine neue Tradition zu etablieren und zwar das blankziehen, jedoch unten und dem anschließenden urinieren auf das Publikum.

Auf den Biertisch steigen

Auf der Bierbank stehen ist kein Problem, es darf auch gemeinsam gesunken und getrunken werden. Jedoch sind die Tisch Tabu, da auf den Tischen nur Bier und Hendl stehen dürfen. Wer auf die Tische steigt, der wird schnell aus dem Zelt fliegen.

Der Noagerl

Bitte nicht wundern, wenn eine Maß von der Bedienung mitgenommen wird und das obwohl noch ein Schluck in der Maß ist. Das Noagerl, der letzte Schluck, wird von keinem Münchner getrunken. Es ist bereits zu warm und abgestanden, daher wird es von der Bedienung einkassiert und auf Wunsch ein neues Bier gebracht.

Zuagroasda – Preuße bleibt Preuße

Nach vielen Jahren in München bin ich für die Münchner immer noch ein Preuße oder einfach ein Zuagroasda. Ja freilich, man mischt mal ein bayrisches Wort in den Satz, statt Hefeklos bestelle ich die Dampfnudel und der Fleischpflanzerl ist für mich die Frikadelle. Trotzdem sollte man nie einen Bayer imitieren oder den bayrischen Dialekt verspotten. Kommt es hart auf hart, dann wird man den Bayer nicht mehr verstehen. So ist es in Minga und man kann granteln, so sind Sie hier die Laid.

Um 23:00 Uhr ist Feierabend

Das Oktoberfest ist keine Party, sondern ein Volksfest. Morgens geht es bereits los, aber um 23:00 Uhr ist Feierabend. Ab ca. 22:30 Uhr wird man von der Bedienung kein Bier bekommen und kurz vor Feierabend freundlich gebeten zu gehen. Wer jetzt noch feiern möchte, der muss in einen der umliegenden Clubs, wenn er den reinkommt.

Lohnt sich ein Besuch vom Oktoberfest ?

Oktoberfest 2017
Oktoberfest 2017

Natürlich – Es ist teuer, man muss sich aber nicht betrinken. Trotzdem gönne ich mir immer eine Maß und man kommt sehr schnell mit den Mitmenschen am Tisch ins Gespräch. Jedoch ist das Niveau in den letzten Jahren ganz klar gesunken. Eine Maß will genossen werden, während man „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ singt. Wer die Möglichkeit hat, der sollte sich die Wiesn nicht verpassen. Es ist immer noch das größte Volksfest der Welt und jedes Jahr freue ich mich auf die Wiesn.

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